Innovation in der Krise

Wie steht es um Ihr Innovationsmanagement in Krisenzeiten?

Man spricht von einer strategischen Krise, wenn die Strategie im Markt nicht mehr funktioniert und es zwangsläufig in einer zweiten Phase zu einem Umsatz- und Gewinneinbruch kommt. Die Krise zwingt ein Unternehmen schnell und grundlegend, auf strategischer Ebene, zu handeln. Unternehmen sollten in Krisenzeiten als Erstes ihre Strategie auf Standhaftigkeit prüfen und bei Bedarf diese neu ausrichten.

In stabilen Zeiten sind Unternehmen auf der Suche nach unbefriedigten Bedürfnissen der Kunden, um Innovation im Unternehmen voranzutreiben. Man identifiziert – manchmal mühevoll – Probleme der Kunden oder des Marktes. Viele Aktivitäten im Unternehmen (Kundenbefragungen, Untersuchung von Megatrends, Durchführung von Umfragen, Marktreports, usw.) zielen darauf ab, Probleme zu identifizieren, mit deren Lösung die Firma Innovationen hervorbringen kann. In einer Krise kommen Themen auf das Unternehmen ungefragt zu. Auch wenn man diese vorher im Rahmen des Risikomanagements bewertet hat, muss man schnell agieren, um die Krise so gut wie möglich abzuwenden.

„Veränderungen begünstigen nur den, der darauf vorbereitet ist.“

Luis Pasteur

Krisensituationen können uneingeschränkt als Chance für umfassende Veränderung gesehen werden. Es ist empfehlenswert, sich die Zeit zu nehmen, gerade in Krisensituationen Erneuerungsmöglichkeiten, d.h. technologische sowie nicht-technologische Innovationen in Betracht zu ziehen, dabei sollten Geschäftsmodellinnovationen vorrangig behandelt werden. Organisatorische und marketingbezogene Innovationen, die auf die neue, krisenorientierte Strategie ausgerichtet sind, können ausschlaggebend für den Weg heraus aus der Krise, hin zu einer gefestigten Marktposition, werden. Der Kunde ist dabei stets als Angelpunkt zu betrachten, an dem sich Strategie und Innovation, auch in der Krise, ausrichten.

Kundenbezogen, sollten sich Unternehmen drei zentrale Fragen stellen, um krisenrelevante Innovation in das Krisenmanagement zu integrieren:

  1. Welche Bedürfnisse der aktuellen Kunden haben sich durch die Krise geändert?
  2. Welche potenziellen Kunden kann das Unternehmen durch das Einbeziehen von krisenrelevanten Innovationen erreichen?
  3. Wie verändert sich die strategische Ausrichtung des Unternehmens durch die Integration von Innovation in das aktuelle Krisenmanagementthema?

Einige Fragen, als Hilfestellung zur Identifikation von nicht-technologischen innovativen Ansätzen, um besser aus der Krise zu kommen, wären:

Ist die aktuelle Führungsstrategie in der Krise zielführend?

Welche innovativen Ansätze kann man im Vertrieb ausbauen oder einführen?

Wie sollte die interne und externe Kommunikation in der Krise erfolgen?

Kann das Unternehmen aufgrund der Krise Prozesse effizienter oder einfacher als bisher gestalten?

Können eventuell auch soziale Innovationsthemen aufgegriffen und vorangetrieben werden?

„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

Max Frisch
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